Die Geschichte der Palmblattbibliotheken

 

Die Palmblattbibliotheken sind in ganz Indien verteilt. Insgesamt sollen es 12 sein und vier von diesen besonderen Orten sind auch im Westen bekannt. In den Palmblattbibliotheken finden sich die Urschriften, die von den Rishis und Brighu, eine der bekanntesten Weisenheit, vor mehreren Tausend Jahren verfasst wurden. Genau genommen haben die Rishis vor mehr als 7.000 Jahren gelebt. Es waren mythologisch anmutende Gestalten.

Die alten indischen Veden berichten von den Taten der Rishis und Brighu. In den indischen Veden werden die „sieben Heiligen Rishis“ beschrieben und ihnen wurde auch eine außerordentlich große spirituelle Macht nachgesagt. Beispielsweise konnten die Rishis auch in der Akasha-Chronik lesen. Diese war im Abendland unter dem Namen „Weltgedächtnis“ bekannt. Laut der Überlieferung nutzen die Rishis die spirituellen Fähigkeiten, um Lebensläufe von mehreren Millionen Menschen aus der Akasha-Chronik zu lesen und schriftlich auf den getrockneten Blättern der Stechpalme zu fixieren. Auf den Palmenblättern wurde das gesamte Leben eines Menschen, also von Tage seiner Geburt bis zu einem genauen Todeszeitpunkt, in Alt-Tamil geschrieben. Alt-Tamil ist eine Sprache, die heute nur noch von Eingeweihten gesprochen wird. Von jeder Urschrift eines Palmblattes finden sich 12 Kopien und diese wiederum sind in den 12 Bibliotheken in ganz Indien aufbewahrt. 10% der Palmblätter enthalten Informationen über Nicht-Inder.

Die Philosophie hinter den Palmblättern

Es gibt natürlich auch eine Philosophie, die hinter den Palmenblättern steht. Diese beruht auf den Nadi Granthas. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von hochstrukturierten Manuskripten. Diese bestehen aus 16 bis 24 Kapiteln oder Kandams. Die unterschiedliche Anzahl der Kapitel ist davon abhängig, an welchen Naadi-Astrologen man sich wendet. So hatte jeder der sieben Weisen, Sapta Rishis, seine eigene Gefolgschaft. Die Rishis sollen vor mehreren Tausend Jahren gelebt haben und hießen Agastya, Kausika, Vyasa, Bohra, Bhrigu, Vasishtha und Valmiki. Auch haben diese Weisen die ersten Blätter beschrieben.

Es ist zudem auch interessant, dass jedes Grantha ein bestimmtes Thema behandelt.

Die Tradition Indiens

In Indien gibt es seit jeher eine starke mündliche Tradition. Das Wissen eines Gurus wurde schon immer mündlich an seinen Schüler weitergegeben. Die Rishis haben ihr Wissen gehütet und nur Eingeweihten weitergegeben. Auf diese Weise konnte die Macht in den eigenen Reihen gehalten werden. Mit der Veröffentlichung der Veden ändert sich jedoch einiges. Es handelt sich hierbei um die vier Bücher, die sich mit der Schöpfung, dem Universum und den Göttern beschäftigen. Es folgen die Upanishaden, das Mahabharata und die Bhagavad Gita. Diese wurden alle 1.000 vor und 200 nach Christus verfasst. Das geschriebene Wort und die damit verbundene Weltanschauung wurden auf diese Weise für noch mehr Menschen zugänglich gemacht.

Es folgte eine Aufzeichnung des wissenschaftlichen, literarischen und kulturellen Erbes durch Mönche und Schreiber Indiens. Genau dafür wurden Palmblätter verwendet und die Aufzeichnungen wurden in Tamil oder Sanskrit verfasst. Es handelt sich hierbei um die zwei wichtigsten Sprachen Indiens. Und genau diese Palmblätter mit all den wichtigen Aufzeichnungen finden sich heute in den verschiedenen Palmblattbibliotheken Indiens. Generell werden alle Palmblattbibliotheken nach dem Rishi benannt, der sie verfasst hat. Die Rishis haben die Möglichkeit Aussagen über das Leben der anderen Menschen zu treffen. Denn sie leben in einer anderen Zeitdimension. Hier sind 10.000 Jahre wie ein Tag.